Extreme Tiefenunschärfe (Bokeh) bei Weitwinkel
Mittels der “Brenizer Methode”, Name kommt von Ryan Brenzier dem “Erfinder” der Methode, kann man Fotos mit extrem kleiner Schärfenebene mit großem Winkel machen.
Alles Manuell
Das wichtigste ist das man komplett im manuellen Modus arbeiten, sprich manuelle Blende, manuelle Belichtungszeit und manueller Fokus. Wenn man nicht im RAW Format Fotografiert sollte man außerdem den Weißabgleich manuell einstellen.
Guter und fester Stand
Man sollte, wie immer bei der Fotografie, einen guten festen Stand haben damit man gut, auch wenn man sich bewegt die Position halten kann.
Vorgehen
Am besten ist es wenn man ein Objektiv mit einer Brennweite um 50-85mm verwendet. Außerdem sollte es relativ Lichtstark sein und eine maximale Blendenöffnung von mindestens 2.8 haben.
Es soll aber auch relativ gut mit 100mm und Blende von 4 funktionieren. Auf jeden Fall sollte das Objektiv bei einem Abstand von 2 Meter und mehr gut freistellen.
Wenn man nun ein passendes Model oder Objekt gefunden hat nimmt man einen Standort relativ nah zu diesem ein sodass man nur einen Teil des Models oder Objekts im Sucher sieht. Die Fokusebene sollte sich nun schon relativ gut vom Hintergrund absetzen.
Nun hat man ja das Problem das man eben nur einen kleinen Ausschnitt vom Model auf dem Foto hat, man macht also ganz viele Fotos die sich gegeneinander überlappen. Folgende Abfolge hat sich bewehrt da das Model Erfahrungsgemäß nicht ewig still halten kann.
Wie man sieht versucht man zuerst das Model abzudecken, in welcher Folge nun der Hintergrund abgelichtet wird ist relativ egal. Man sollte nur unbedingt darauf achten das sich die einzelnen Fotos überlappen.
Zusammenfügen
Nachdem man die Fotos auf den Rechner übertragen hat sollte man zu aller erst die Auflösung der Fotos reduzieren weil es sonst mit unter sehr sehr lange dauern kann.
Man benötigt eine Software die eigentlich für Panorama Fotografien gedacht ist. Mit Photoshop lässt sich dies z. B. mit der Photomerge Automatik(Datei / Automatisieren / Photomerge) bewerkstelligen.
Einfach Layout auf Automatisch lassen und alle Fotos auswählen. Je nach Abstand bzw. der Anzahl der Bilder ggf. die Korrektur der geometrischen Verzerrung aktivieren.
Fertig!
Anmerkungen:
Man sollte darauf achten nicht zu viele Bilder zu machen da es sonst schwierig wird die Fotos zusammen zu fügen. Außerdem vergisst man bei zu vielen Bildern leicht mal eine Stelle abzulichten.
Auch sollte man es mit dem Effekt der Tiefenunschärfe nicht übertreiben da sonst leicht ein “Modelleisenbahnfeeling” aufkommt.
Das Foto in diesem Artikel wurde mit 85mm und einer Blende von 1.8 erstellt. Es besteht aus 6 Einzelfotos und wurde von etwa 3-4 Meter Entfernung aufgenommen. Eigentlich waren es noch ein paar Fotos mehr aber ich habe sie nachträglich zugunsten des Bildausschnitts weggeschnitten.
Wenn man die Auflösung der einzelnen Fotos vor dem Zusammenfügen nicht reduziert sondern in voller Auflösung rechnen lässt kann dies mit unter sehr lange dauern. Positiver Nebeneffekt ist allerdings das man ein Foto mit extrem hoher Auflösung erhält. So hat obiges Foto nach dem Beschnitt in Photoshop eine Auflösung von 9580 × 6517 Pixel was etwa 62 Megapixeln entspricht.
Hier ein weiteres Bild.
Hier waren es auch 85mm und eine Blende von 1.8, der Abstand war aber wesentlich geringer mit etwa 2 Metern. Man sieht das sich durch den geringeren Abstand die Schärfenebene stark verkleinert hat und sich der Hintergrund dadurch stark absetzt.
Ist das nicht einfach Tilt-Shift?
NEIN. Diese extrem kleine Schärfenebene ensteht durch den künstlich vergrößerten Bildsensor. Bei vier Fotos vergrößert sich die Fläche des Bildsensors quasi um das vierfache(wobei durch die Überlappung natürlich etwas verloren geht), dadurch erreicht man diese extrem kleine Schärfenebene bzw. die starke Unschärfe.
Tiltshift beruht einfach nur darauf, dass Teile des Bildes unscharf abgebildet werden die sich aber in keiner Weise an einer Ebene orientieren.


» SixLeavesLeft - Band Shooting
» Wasser aus der Flasche
13 Juni, 2011 um 15:48
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